Der Moorschutzhof und die Schäferei

 Die Keimzelle für den aktiven Naturschutz im Moor

      

Schäferei - Beweidungsplan - Moorschnucken  

Durch den Erwerb eines nicht mehr genutzten Schafstalls am südlichen Rand des NSG "Großes Torfmoor" im Jahre 1998 hat der NABU mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung und Sponsoren die Voraussetzung geschaffen, hier die Tradition der Moorbeweidung durch Schafe wieder aufleben zu lassen.

 

Schäferei 

In mühevoller Eigenarbeit haben die NABU-Mitarbeiter den alten, seit Jahren stillgelegten Stall und die Hof - und Freiflächen in den darauf folgenden Jahren wieder instandgesetzt. Insgesamt waren dafür über 2500 Arbeitsstunden notwendig. Dazu gehörten nicht Reparaturen am Gebäude selbst, auch die umliegenden Wiesen und Wege bedurften der Sanierung.

    

 Innenarbeiten im Stall, 1999     Müllentsorgung und Aufräumarbeiten auf dem Hofgelände, 1999  


     

                   Gestaltung der Außenanlagen und Befestigung der Zuwegungen 1999              

Im Rahmen der Arbeiten wurde die Gelegenheit genutzt, Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten, z. B. für Schleiereule, Turmfalke, Rotschwanz, Haussperling und Rauch- und Mehlchwalbe im Gebäude zu schaffen. Im Jahr 2002 entstand im Rahmen eines Schulprojektes eine Insektenwand. Ein Starenhaus mit 36 Plätzen wurde im Norden des Gebäudes aufgestellt und ein Storchennest auf dem Gelände errichtet. Hier ist 2011 eine Storchenbrut zu verzeichnen.

    

Bau einer Insektenwand     Aufstellung eines Staren-      Schafstall und Amphibienteich       
2001                                               kastens 1999                                  im Sommer 2001
  
  
       
         Die ersten Moorschnucken treffen am 20.07.2000 am Schafstall ein.
 
Bereits während der Bauarbeiten war der NABU auf der Suche nach einem Schäfer, 
der bereit war, sich der Herausforderung der Moorbeweidung mit Moorschnucken 
zu stellen. Nach zwei Jahren war es dann soweit: der Schafstall war soweit hergestellt, 
ein Schäfer gefunden und die ersten Moorschnucken konnten einziehen. Das Ziel, 
für die Moorpflege eine Herde von rund 1000 Moor-schnucken zu halten, ist erreicht. 
Nachdem der Schäfereibetrieb erfolgreich angelaufen war, konnte mit Hilfe von 
öffentlichen Geldern des Kreises und des Landes NRW die Erweiterung des 
Schäfereikomplexes beginnen. Direkt neben dem Stall entstand 2001 eine 
Remise. 
 
  
Der umfangreiche Bau der Remise im Jahre 2001 konnte nicht mehr von den aktiven 
NABU-Mitarbeitern allein erledigt werden. Verschiedene Aufträge mussten an Firmen 
vergeben werden.


Sie dient zur Lagerung von Raufutter für die 
Schafe und zur Unterstellung landwirtschaftlicher Maschinen. Das 
Winterfutter für die Schafe wird auf den Weideflächen im NSG durch ein-
oder zweischürige Mahd gewonnen.
Der NABU hat in der Remise der Schäferei ebenfalls einen Betriebshof zur
Unterbringung diverser Maschinen zur Landschaftspflege und zur
Lagerhaltung verschiedener Materialien für den Artenschutz, sowie eine
Werkstatt untergebracht
.

 Beweidungsplan

Die Moorschnucken sollen dazu beitragen, die Pflege des Moores und seiner
Randzonen durch Verbiss des Aufwuchses auf schonende Art und Weise zu
gewährleisten. Das Offenhalten eines baumfreien Hochmoores wird durch die Schafe
sehr erleichtert. Neben den verschiedenen Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen
spielt die Beweidung eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Entwicklung des
Moores.
Entscheidend für den Erfolg ist dabei eine entsprechend große Herde und die
gezielte Führung durch einen ausgebildeten Schäfer, der die Herde mit seinen
Hunden ganzjährig nach Beweidungsplänen hütet.
Die Grundlage für den Beweidungsplan ist ein Beweidungskonzept, in dem die
Rahmenbedingungen und Pflegeziele definiert werden. Das Beweidungsgebiet, die
Herdengröße und die jahreszeitlich bedingten Beweidungsschwerpunkte werden
festgelegt. Mögliche Futterengpässe und die Flächen zur Winterfuttergewinnung
werden ermittelt. Das Beweidungsgebiet wird in Teilbereiche eingeteilt, in deren
Nähe Pferchflächen festgelegt werden. Triftwege und Hütegänge werden
dargestellt. Ferner wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der die Infrastruktur
zur Schafbeweidung verbessern und Gefahrenquellen aufzeigen soll.
Auf diesen Grundlagen wird jedes Jahr ein neuer Beweidungsplan erstellt. Dieser
dient dem Schäfer als Handlungsgrundlage bei der Umsetzung der Naturschutzziele.
So werden die Beweidungsprioritäten jeweils nur für ein Jahr festgelegt. Es wird
dabei zwischen beweidungsrelevanten Vegetationseinheiten und Ausschlussflächen
unterschieden, die z.B. aus faunistischen Artenschutzgründen nicht oder nur
bedingt beweidet werden dürfen. Bei der Erstellung des Plans werden auch die im
jeweils vorangegangenen Winterhalbjahr durchgeführten Pflege- und
Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt und Erfahrungen aus dem Vorjahr mit
einbezogen.

 

 
 
 
 
Moorschnucken
 
 
Die Herkunft der Moorschnucke lässt sich nicht mehr völlig rekonstruieren, geht 
aber im wesentlichen auf das Mufflon, das europäische Wildschaf, zurück. Seit
Jahrhunderten sind sie in Nord- und Nordwestdeutschland heimisch und
charakteristisch für diese Landschaft. Moorschnucken sind genügsam,
widerstandsfähig, verbissfreudig und an die besonderen Verhältnisse in der
feuchten Moor- und Heidelandschaft bestens angepasst
 
.
 
 
 
 
 
 
 
 

 Moorschnucken mit dem Schäfer auf dem Weg zu ihrer Arbeit

Ihre „Wildheit“ und ihr Bewegungsdrang verlangen täglichen Austrieb, der auch
bei Regen und im strengen Winter nicht ausbleiben darf. Während der Ruhephasen
der Schafe wie z.B. nachts wird der Stall aufgesucht. Dadurch wird der
Nährstoffeintrag im Moor auf ein Minimum begrenzt. Der wertvolle Dünger aus dem
Stall kann auf den Feldern genutzt werden.


Im Winterhalbjahr, wenn die Nahrung im Moor knapp wird, werden die
Moorschnucken zur Vorbeweidung der Moorwiesen eingesetzt. Dadurch finden
die Wiesenvögel im Frühjahr kurzgrasige Flächen vor, die sich besser zur
Nahrungssuche und für das Brutgeschäft eignen.

 



Die weiße hornlose Heidschnucke gehört zu den drei ältesten und kleinsten 
Landschafrassen. Den Namen Moorschnucke verdankt sie der Tatsache, dass
sie speziell für den Einsatz im Moor gezüchtet wurde. Sie ist mit der
Heidschnucke aus der Lüneburger Heide, die anspruchsvoller und schwerer
ist verwandt.
Wegen ihrer geringen Wirtschaftlichkeit waren die Moorschnucken bereits
vom Aussterben bedroht. In den 70er Jahren war ihr Bestand auf nur 280
Tiere in ganz Deutschland geschrumpft.Naturschützer erkannten gerade noch
rechtzeitig den Wert dieser Tiere zur Erhaltung der Moor- und
Heidelandschaften. Vermehrte Bemühungen zur Erhaltung der Rasse führten ab
etwa 1985 zu einem steten Anwachsen des Bestandes, wodurch die
Moorschnucke als alte Nutztierrasse erhalten blieb.
Nur die Moorschnucke eignet sich zur Hochmoorbeweidung, da andere
Schafrassen auf den nassen Hochmoorflächen nicht existieren könnten. Von
ihr werden die bitter schmeckenden Jungtriebe der Weißbirke im größeren
Umfang gefressen, auch Besenheide, Bentgras, Wollgras und Seggen stehen
auf ihrem Speiseplan. Verschiedene Rohfasern und andere Stoffe, die die
Moorschnucke benötigt, finden sich nur in der Moorvegetation. Aus diesem
Grund vertragen die Moorschnucken gute Weiden auf Dauer nicht. Zur
Stallfütterung reichen Heu und Stroh - Kraftfutter ist überflüssig, eher
sogar schädlich. Dadurch wird die Aufnahme von Düngemitteln, wie sie zum
Teil im Kraftfutter zu finden sind verhindert. Aufgrund der Hütehaltung auf dem
Hochmoor spielen auch Krankheiten praktisch keine Rolle. 
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