Kopfweiden

Die Kopfweide ist eine von Menschenhand geschaffene Kulturform.

Durch ständigen Rückschnitt (Schneiteln) einer normal wachsenden Weide entsteht
mit der Zeit der typische Kopfbaum. Nahezu jede Weidenart lässt sich zum Kopfbaum
formen. Die abgeschnittenen Äste dienten früher als Material zum Korbflechten, zur 
Ausfachung der Fachwerkhäuser oder einfach als Brennmaterial. Auch Gerätestiele
lassen sich gut aus dem geschnittenen Weidenholz anfertigen. Da das Schnittholz
der Weiden sehr schnell wieder wurzelt, können durch diese einfachen
„Stecklinge“ neue Bäume entstehen. Der NABU macht sich dies zu Nutze und pflanzt
vielerorts neue Bestände, nicht zuletzt um die typische bäuerliche
Kulturlandschaft im Kreis Minden-Lübbecke zu erhalten und zu beleben. Da
ungepflegte Kopfweiden bald unter der Last ihrer Äste auseinander brechen und
absterben, ist das Schneiteln alle 4 – 5 Jahre eine wichtige Landschafts-
pflegemaßnahme. Unzähligen Insektenarten dienen die Kopfweiden als 
Lebensraum. Manche von ihnen sind sogar so spezialisiert, dass ihr Überleben von
den Weiden abhängt. Die auf den Weiden lebenden Insekten für viele Vögel die
Nahrungsgrundlage. Im Laufe der Jahre bilden die Kopfweiden auf ihrem Kopf ein
Humusbeet aus, in dem sich auch andere Pflanzen wie z.B. der Holunder ansiedeln
können. Nach weiteren Jahren sorgen Regen, Frost und Pilzbefall dafür, dass sich
in den alten Kopfweiden  Höhlungen ausbilden. Sind diese Höhlen groß genug,
bieten sie vielen Vögeln einen optimalen Nistplatz. Hierzu zählen Weidenmeise,
Sumpfmeise, Grauschnäpper und viele andere. Charakteristisch für diesen
Lebensraum ist der Steinkauz, der durch fehlende Kopfweidenpflege an den Rand
der Ausrottung gebracht wurde. Neben den Vögeln finden auch Fledermäuse, wie der
Abendsegler, in den hohlen Stämmen eine Bleibe. Unzählige Kopfweiden hat der
NABU seit den 70er Jahren geschnitten und mehr als 800 neu gepflanzt. Zur Zeit
wird ein Kopfweidenregister zur Kartierung und zur regelmäßigen Pflege erstellt.
Sollten sie Eigentümer alter Kopfweiden sein, bitten wir sie diese Bestände dem
NABU zu melden, um sie in das Register aufzunehmen. 
 
         
      Junge Steinkäuze         Geschnittene Kopfweiden         Neupflanzung 
 
Was auf den ersten Blick eher wie eine Verstümmelung aussieht, ist eine notwendige
Pflegemaßnahme. Anderenfalls würden die Äste eine ausladende Krone bilden, 
unter der der Baum auseinander brechen kann.
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