Feuchtwiesen

Eine selten gewordene Form der Kulturlandschaft

Die vom Menschen geformte Kulturlandschaft der Feuchtwiesen findet sich in
ganz Europa und gehörte bis vor ein paar Jahrzehnten sogar zu den häufigen
Biotopen. In vielen Gebieten kam es in den letzten Jahren zu einem
drastischen Rückgang der Feucht- und Nasswiesen. Die Ursachen hierfür sind
Entwässerung, Düngung, Umwandlung in Ackerland und Aufforstung - kurz eine
erheblich intensivierte landwirtschaftliche Nutzung.

 
Die Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse.
Sie wird 15 bis 50 cm hoch. Von April bis Mai kann man ihre 
schalenförmigen, dottergelben Blüten bewundern.  Dieser leuchtenden Farbe 
verdankt die Blume auch ihren  Namen.
 
Die typische Feuchtwiese gibt es nicht. Durch unterschiedliche 
Grundwasserstände oder Staunässe sowie die Nährstoffversorgung bilden sich 
verschiedene Typen heraus. Mit ihrer artenreichen Vogelwelt, bunten 
Schmetterlingen und verschiedensten Pflanzen beleben sie die oft von 
Flüssen und Bächen durchzogene Landschaft. Sumpfdotterblumenwiesen bilden 
sich auf den nährstoffreicheren Böden, die früher als ergiebige 
Futterwiesen dienten. Zur Gewinnung von Einstreu wurden die 
Pfeifengraswiesen genutzt, die sich auf nährstoffarmen Flächen mit stark 
schwankenden Wasserständen ausbildeten.
In den Bereichen der Feuchtwiesen, die das ganze Jahr nass sind, finden sich . 
Binsen, Seggen und andere SauergräserTypische Pflanzen, die in Feuchtwiesen  
vorkommen sind Kuckuckslichtnelke,Wiesenschaumkraut, Schlangenknöterich,  
Sumpfdotterblume und Flatterbinse,um nur einige zu nennen. Sie bieten einen
Lebensraum für unzählige Insektenarten, darunter viele Schmetterlingsarten, 
Bienen, Hummeln und Amphibien. 
Zu den anzutreffenden Vögeln gehören Bekassine, Uferschnepfe, Kiebitz, 
Brachvogel und natürlich der Weißstorch.

     

Großer Brachvogel                   Weißstorch                    Kiebitz  

Nur durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung sind Feuchtgebiete
langfristig zu schützen. Hierbei ist es erforderlich, dass Landwirtschaft und
Naturschutz eng zusammenarbeiten.
So sollte auf Düngung besonders mit Kunstdünger und Gülle verzichtet, die Anzahl
von Weidetieren beschränkt werden und auf Flächen mit bodenbrütenden
Wiesenvögeln die erste Mahd erst nach Beendigung des Brutgeschäftes erfolgen.
Außerdem ist eine Staffelmahd zu empfehlen, damit den blütenbesuchenden Insekten
nicht plötzlich die Lebensgrundlage entzogen wird. 

 


Bereits in der Vergangenheit wurden ökologisch wertvolle Flächen,
insbesondere Feuchtwiesen, vom NABU-Kreisverband Minden-Lübbecke gekauft
oder angepachtet. Weiterer Flächenerwerb ist bei entsprechender
finanzieller Ausstattung vorgesehen. Ferner hilft der NABU bei der
Schaffung von Kleingewässern.


Die Renaturierung ist besonders da erfolgreich, wo die ursprüngliche
Krautschicht noch weitgehend erhalten ist. Bei Ackerflächen ist oftmals zuerst
eine Hebung des Grundwasserspiegels erforderlich.
Bei der Neuansaat sind Wiesenblumenmischungen zu vermeiden, da sie oft
gebietsfremde Arten enthalten.Intensiv genutzte Wiesenflächen müssen über Jahre
ausgemagert werden, bevor sich die ursprüngliche Flora wieder entwickeln kann.
 
Kleingewässer mit ihren vielfältigen Lebensgemeinschaften aus Pflanzen und
Tieren sind weitgehend aus unserer Landschaft verschwunden. Der Verlust dieser
Biotope wurde vor allem durch rigorose Flurbereinigungsmaßnahmen sowie einer
intensiven Landbewirtschaftung bewirkt.
Der NABU hat in der Vergangenheit eine Vielzahl von Kleingewässern neu angelegt. 
Für die Zukunft sind weitere Neuanlagen, mit dem Ziel, langfristig eine
Lebensraumvernetzung zu erreichen, geplant.

   
       
 neues Kleingewässer                        Braunkehlchen                          Knabenkraut   
 
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