Störche

Störche im Kreis Minden-Lübbecke

Störche
Während man am Niederrhein auf eine neue Besiedlung durch Störche hofft, 
besteht im Kreis Minden-Lübbecke seit vielen Jahrzehnten der größte und 
wichtigste Storchenbestand in NRW. Neben den Störchen an der Weser werden 
die Störche im Altkreis Lübbecke seit über 40 Jahren von uns betreut.

Im Spätsommer kann man auch noch heute auf größere Gruppen von Störchen treffen, die sich vor 
dem Abflug in ihre Winterquartiere sammeln. 

Ehemals waren im Altkreis nahezu in jeder Ortschaft Brutpaare zu finden. 
Nach den großen Flurbereinigungen und Entwässerungen schrumpfte der
Bestand stetig. Um die verbliebenen Störche bemüht sich der NABU
besonders. Schutzmaßnahmen, die den Weißstörchen aber auch allen anderen
Großvögeln, wie z.B. dem Uhu, zugute kommen bestehen in der Sicherung von
Freileitungen und Trafostationen. Dies konnte in Zusammenarbeit mit dem
hiesigen Energieversorgungs-unternehmen RWE erreicht werden.
Wir erfassen die Storchenpaare und die Jungstörche, kümmern uns um die
Erhaltung und den Neubau von Horsten und bemühen uns um Erhalt, Schaffung,
Verbesserung und Renaturierung von Lebensräumen. Die Instandsetzung und
der Aufbau von Storchenhorsten werden häufig mit Hilfe des RWE
durchgeführt.
Nachdem 1987 auch im Altkreis die letzte Brut erfolglos war, dauerte es
drei Jahre, bis die ersten Störche wieder ein Nest besetzten. Nach 
weiteren drei Jahren war 1993 endlich ein neuer Bruterfolg zu vermelden.
Auch wenn es nur ein Jungvogel war, griffen jetzt die in den 80er Jahren
eingeleiteten Lebensraumverbesserungen. 
Um die Region für den Storch wieder attraktiver zu machen, wurden Flächen
gekauft,  extensiviert und wiedervernässt. Zahlreich angelegte
Kleingewässer, wie sie ehemals als Viehtränken in den Wiesen vorhanden
waren, wurden als Amphibiengewässer wieder neu angelegt. Ein
entsprechendes Flächenmanagement  zur Bewirtschaftung der Wiesenflächen
verbesserte die Nahrungsgrundlage für die Störche. 

   

       Jungstörche im Nest            Fütterung der Jungstörche               Altvogel im Flug

 Seit 1993 konnten nun jedes Jahr ein bis zwei Paare ihre Jungen aufziehen. Zur
Zeit übersommern in den Randbereichen des Großen Torfmoores mit einer Fläche von
ca. 500 ha jedes Jahr zwei bis drei Paare.
In ganz Deutschland gibt es heute noch ca. 4000 Brutpaare. Davon brüten in NRW
gerade (wieder) etwa 10 Storchenpaare und das auch nur in guten Jahren.
Die Beringung von Jungstörchen wird in Zukunft möglicherweise wieder neue
Erkenntnisse über das Verhalten der Störche liefern. Aus diesem Grund wurden
2003 erstmals wieder Jungstörche im Altkreis beringt. Die Storchenbetreuer im
Kreis Minden-Lübbecke, der NABU und das Aktionskomitee zur Rettung der
Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke hoffen so mehr über das Zugverhalten der
Nachkommen sogenannter Projektstörche zu erfahren.
Projektstörche sind Störche, die aus Zuchtstationen, Wiederansiedlungsprojekten
im benachbarten Ausland oder aus Zoologischen Gärten stammen. Diese
Gehegestörche haben gelernt die Nähe des Menschen zu nutzen und profitieren von
den Fütterungen in den Anlagen. Der Einfluss dieser Tiere, die das Zugverhalten
abgelegt haben, auf die Wildpopulation wird immer größer.
Dies gilt besonders für den Kreis Minden-Lübbecke, der sich an der westlichen
Verbreitungsgrenze des Weißstorches befindet. Störche aus Zuchtstationen im
benachbarten Ausland besetzen die Lebensräume der Wildstörche, die erst später
im Jahr aus dem Süden in ihr Brutgebiet zurückkehren.  Bei den Versuchen ihre
alten Nester wieder zu besetzen, kommt es hierdurch zu Störungen im Brutgeschäft
oder sogar zu Verlusten bei den Gelegen.
Die Jungstörche werden beringt, damit man ihren Lebensweg verfolgen kann. Für
die Ornithologen und Storchenschützer ist es von besonderem Interesse zu
erfahren, ob die Nachkommen der Projektstörche ebenfalls das Zugverhalten
ablegen oder sich wieder den Wildstörchen anschließen und die Reise in die
südlichen Winterquartiere antreten.

Zum Aktionskomitee "Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke"

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