Torfmoose und andere moortypische Pflanzen

Die Pflanzen des Torfmoores

Torfmoose  -  Fleischfressende Pflanzen  -    Heidekrautgewächse  -
                                Sauergräser  -  Sumpfcalla
Hochmoore sind extrem nass, das Wasser ist sauer und nährstoffarm. Der
hohe Säuregrad, die extremen Feuchtigkeitsunterschiede zwischen den nassen
Schlenken und den trockenen Bulten und die rauen klimatischen Bedingungen
erfordern eine hohe Anpassungsfähigkeit.

Pfeifen- und Bentgras siedelt an Stellen mit schwankendem Wasserstand 

Im Frühjahr besteht besonders im Moor die Gefahr von Spätfrösten und auf
der Moorfläche schwanken die Temperaturen zwischen Tag und Nacht sehr stark. Außerdem ist das
ursprünglich baumlose Hochmoor gegen Wind und Sonneneinstrahlung ungeschützt.
Nur Hochmoorspezialisten wie z.B. Sphagnum (Torfmoos), Wollgras,
Rosmarienheide, Moosbeere, Schnabelried und Sonnentau können hier überleben.
Aber auch die Randbereiche bieten für viele Pflanzen wichtige Rückzugsgebiete. Hierzu zählen Wasserschlauch, Sumpfcalla, Binsen und
Seggen.


Sphagnen/Torfmoose

Im intakten Hochmoor dominieren die Torfmoose. Sie haben das Moor seit der
Eiszeit geformt und sich wie keine andere Pflanzenart diesen
nährstoffarmen Lebensbedingungen angepasst. Man kann sogar sagen, dass die
Torfmoose diese Lebensbedingungen geformt haben. 

Torfmoose oder auch Sphagnen sind in der Lage ihren Nährstoffhaushalt ausschließlich aus Regenwasser zu decken und gleichzeitig den pH-Wert ihrer Umgebung von rund 6 auf einen Wert um 4 abzusenken. Auf diese Weise erschweren sie es ihrer pflanzlichen Konkurrenz, sich  zu etablieren, bzw. machen es anderen Pflanzen sogar unmöglich zu wachsen.

Die auf dem Photo zu sehenden Grüne Torfmoose – auch Schlenkentorfmoose
genannt – haben nur einen sehr geringen Anteil an der Torfbildung. Die
eigentlichen Torfbildner sind die Roten Torfmoose.

Außerdem werden die Wurzeln anderer Pflanzen vom Torfmoos überwachsen, so dass die Sauerstoffversorgung unterbrochen wird und die Sphagnen die Konkurrenz einfach ersticken.Torfmoose können das 20 – 30fache ihres Eigengewichtes an Wasser speichern. Sie saugen sich bei Nässe wie ein Schwamm voll. Auch die abgestorbenen Torfmoose behalten diese Funktion, wodurch das Moor zu einem beträchtlichen Wasserspeicher wird und das Klima der Umgebung entscheidend prägt.  Torfmoose oder auch Sphagnen sind in der Lage ihren Nährstoffhaushalt ausschließlich aus Regenwasser zu decken und gleichzeitig den pH-Wert ihrer Umgebung von rund 6 auf einen Wert um 4 abzusenken. Auf diese Weise erschweren sie es ihrer pflanzlichen Konkurrenz, sich  zu etablieren, bzw. machen es anderen Pflanzen sogar unmöglich zu wachsen. Außerdem werden die Wurzeln anderer Pflanzen vom Torfmoos überwachsen, so dass die Sauerstoffversorgung unterbrochen wird und die Sphagnen die Konkurrenz einfach ersticken.Torfmoose können das 20 – 30fache ihres Eigengewichtes an Wasser speichern. Sie saugen sich bei Nässe wie ein Schwamm voll. Auch die abgestorbenen Torfmoose behalten diese Funktion, wodurch das Moor zu einem beträchtlichen Wasserspeicher wird und das Klima der Umgebung entscheidend prägt.
 Das Torfmoos hat keine Wurzeln. Es wächst an der Spitze unbegrenzt weiter und stirbt im unteren Teil durch Lichtabschluss ab. So wächst es über sich selbst hinaus. Im Verlauf von Jahrhunderten wird das abgestorbene pflanzliche Material durch das Gewicht des immer weiter wachsenden Torfmooses zusammengedrückt, geschichtet und in Torf umgewandelt. Der Torfkörper eines intakten Hochmoores wächst pro Jahr 1 mm in die Höhe.


Fleischfressende Pflanzen  

Der Sonnentau ist eine der wenigen Pflanzen die in der Lage ist dem Druck des Torfmooses standzuhalten und mit dem Mooswachstum Schritt zu halten. Drei Arten dieser gefährdeten
Pflanze finden sich in Europa: rundblättriger, schmalblättriger und mittlerer Sonnentau. Bis zu 20 cm erheben sich die weißen Blüten über das Torfmoos. Drüsen täuschen an den ändern der Blätter Tautropfen vor, die in der Sonne glitzern. Diese vermeintlichen Tautropfen sind Verdauungssekrete der Pflanze. Kommt ein Insekt mit ihnen in Berührung, klebt es fest. Die Blätter der Pflanze klappen über das gefangene Insekt, das nicht mehr entkommen kann. Die im Sekret enthaltenen Verdauungsenzyme zerlegen die Eiweiße des Insekts in Aminosäuren. Die so aufgeschlossenen Nährstoffe können dann in die Verteilungs- und Speicherorgane der Pflanze transportiert werden. Bereits nach 12 Stunden haben diese dann Stengel und Wurzel der Pflanze erreicht. Dieser zusätzliche Nährstoffgewinn neben der Photosynthese ermöglicht es dem Sonnentau, mit dem Wachstum des Torfmooses Schritt zu halten. Immer wieder überwachsen die Torfmoose die Pflanzen, die im lebensfeindlichen Moospolster eingehen,  und immer wieder treibt der Sonnentau seine Knospen an die Oberfläche, um neue Blattrosetten zu bilden.

 

Rundblättriger Sonnentau


Während der Sonnentau auf den höher liegenden, trockeneren Bulten direkt im Hochmoor wächst, braucht der Wasserschlauch stehende Gewässer wie Teiche, Gräben oder Sümpfe. Von den sechs heimischen Arten des Wasserschlauches können vier auf Torfschlammböden wachsen. Der blassgelbe Wasserschlauch ist eine Hochmoorart.

 

                   Sonnentau                                      Wasserschlauch 

Diese freischwimmenden Pflanzen haben keine echten Wurzeln, sondern grüne, flutende Wassersprossen. Nur die Blütenstengel dieser untergetaucht lebenden Pflanzenart ragen aus dem Wasser. Bis zu 30 cm erheben sich die Stengel dieser zarten Pflanze über die Wasseroberfläche. Sie tragen Trauben von rund zehn Blüten, die in ihrer Form an Löwenmäulchen erinnern. 

Beim Wasserschlauch sind es nicht Insekten, die zur Ergänzung des Stickstoffbedarfs erbeutet werden, sondern winzige Wasserorganismen. Vor allem Wasserflöhe, Ruderfußkrebse, Rädertiere und Einzeller stehen auf dem Speiseplan des Wasserschlauches. Zwischen den wurzelartigen Unterwasserblättern sitzen kleine Blasen. Am spitzen Ende dieser Blasen sitzt ein Klappdeckel, der nach außen lange Borsten trägt. In der mit Wasser gefüllten Blase besteht ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass die Blasenwand unter Spannung steht. Berührt ein vorbeischwimmendes Beutetier die Borsten, öffnet sich der Deckel. Beim nun stattfindenden Druckausgleich strömt Wasser in die Blasen und die Beute wird in diesem Sog mitgerissen. Der reusenartige Bau des „Ausgangs“ verhindert ein Entkommen. Ins Blasenwasser abgegebene Verdauungssäfte sorgen dafür, dass die Nährstoffe aufgenommen werden können. Unverdauliches sammelt sich in den Blasen.

Heidekrautgewächse

 Eine weitere Gruppe von Spezialisten, die auf dem sauren und
nährstoffarmen Boden des Hochmoores überleben können sind die 
Heidekrautgewächse. Die Hochmoorarten der Pflanzen wachsen sehr langsam
und sind kleinwüchsig. Auf diese Weise passen sie sich dem geringen
Nährstoffangebot an. So erheben sich die nur schwach beblätterten Äste der
Moosbeere kaum über das Torfmoos. Ins Auge fällt dieser kleinste der
Zwergsträucher durch seine erbsengroßen einzelnen roten Beeren.
In den Bereichen des Moores, die trocken sind, d.h. auf den Bulten, in den
Moorrandbereichen oder auch auf den Resten der Abtorfungen  entwickelt
sich die Trockenheide. In dieser charakteristischen Vegetation finden sich
auch viele Heidekrautgewächse wie z.B. das Heidekraut, die Preisel-, die
Wald- und die Rauschbeere.
Die Nährstoffversorgung auf diesen Rohböden ist allerdings noch nicht
ausreichend und so leben die meisten Heidekrautgewächse in einer Symbiose
mit Pilzen zusammen.
Diese als Mykorrhiza bezeichnete Lebensgemeinschaft sichert beiden
Pflanzen das Überleben. Die Zellfäden der Pilze dringen durch die 
Wurzelrinde der Zwergsträucher in die Zellen ein. Es entsteht ein
Leitungsweg, auf dem die Heidekrautgewächse von den Pilzen mit den im
Hochmoor so knappen Phosphor- und Stickstoffverbindungen versorgt werden.
Im Gegenzug wird dem Pilz ein Teil der Photosyntheseprodukte, die
Kohlenhydrate, zur Verfügung gestellt. Auf sich allein gestellt, wären
weder die Pilze noch die Heidekrautgewächse in der Lage im Hochmoor zu
überleben. 

 

                      Blühende Moosbeere                                Fruchtstand der Moosbeere

Ein weiterer typischer Vertreter der Hochmoorvegetation ist die
Rosmarinheide. Sie benötigt den nassen und sauren Torfboden zum Überleben.
Durch die Trockenlegungen wurde ihr Lebensraum mehr und mehr
eingeschränkt, so dass sie heute sehr selten geworden ist.

  

              Rosmarinheide                                             Besenheide

Saubere Bodenverhältnisse ermöglichen es auch der Besenheide zu wachsen.  Im Gegensatz zur Rosmarinheide kann sie auch auf trockenen Böden noch überleben. Doch bedeutet für beide Pflanzen eine Düngung des Bodens auf jeden Fall das Aus.

Alle Heidekrautgewächse sind immergrüne Pflanzen, so dass sie die geringen Nährstoffe über das gesamte Jahr nutzen können. Ihre Blätter sind mit einer dicken Wachsschicht überzogen, haben an der Unterseite Spaltöffnungen und rollen die Blätter mehr oder weniger stark ein. Diese Eigenschaften ermöglichen den Heidekrautgewächsen einen sehr sparsamen Wasserhaushalt.


Sauergräser 

Zu den wohl bekanntesten Sauergräsern im Moor gehört das Wollgras. Man unterscheidet das Scheidige und das Schmalblättrige Wollgras. Beides sind torfbildende Pflanzen, deren Blüten nach dem Verblühen die typischen weißen, wolligen Büschel bilden, denen das Wollgras seinen Namen verdankt. Dort, wo die Torfmoose die alten Stichgruben wieder ausgefüllt haben und auf den Bulten findet das Scheidige Wollgras einen idealen Lebensraum. Das Schmalblättrige Wollgras dagegen wächst in den wassergesättigten Senken.
Nach der Blütezeit (März bis Mai) bedeckt das Wollgras, wo es in großen Mengen wächst, das Moor mit einem weißen Teppich.

   

Scheidiges Wollgras                 Wollgrasfrucht           Schmalblättriges Wollgras

Ein anderer Vertreter der Sauergräser ist das Weiße Schnabelried. Wie das Schmalblättrige Wollgras gehört diese inzwischen seltene Pflanze zur Schlenkengesellschaft. Ferner zählen auch Binsen und Seggen zu den Sauergräsern.

Ein markantes Kennzeichen der Sauergräser ist der meist dreikantige und markhaltige Blattquerschnitt. Die besonderen Bedingungen im Moor machen es den Sauergräsern unmöglich, sich auf der Fläche in die Breite auszuweiten. Die wachsende Torfmoosdecke erfordert immer wieder eine Verlagerung des Wurzelhorizontes. Aus diesem Grund werden die Ausläufer nicht nebeneinander, sondern übereinander angelegt. Während die Pflanze auf diese Weise weiter wächst, sterben die unteren Teile langsam ab. Durch dieses „Überwachsen“ bilden sich auch die Bulten heraus. An manchen Stellen sind so über einen langen Zeitraum bis zu 8 m tiefe Pflanzenpakete entstanden

 

 

Intakte Hochmoorfläche                                               Bultenbildung 

In intakten Hochmooren werden die Flächen zumindest teilweise von den grasartigen Pflanzen bestimmt. Bis in die Randbereiche hinein finden Spezialisten ökologische Nischen, um ihren Fortbestand zu sichern. Da das NSG Großes Torfmoor in weiten Teilen durch die lange Bewirtschaftung nicht dem ursprünglichen Hochmoor entspricht, sind die Übergänge oft fließend. Es ist nicht immer möglich exakte Grenzen zu den Randbereichen zu ziehen. Aus diesem Grund sind auch die einzelnen Pflanzenstandorte manchmal nicht zuzuordnen.


Sumpfcalla

Eine auffällige Pflanze, die eher in den Randbereichen von Mooren zuhause ist, ist die Sumpfcalla. Durch den Rückgang der Feuchtgebiete ist die Sumpfcalla in ihrem Bestand stark gefährdet

  
 
                Sumpfcallablüte                          Sumpfcallablüte im Moor

 

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