Die verschiedenen Landschaftsformen im Moor


Durch die Jahrzehnte dauernde Nutzung des Moores und seine systematische
Zerstörung entstehen  in der Renaturierungsphase sehr verschiedene
Landschaftsformen auf engstem Raum. 

  

                                   Luftaufnahmen  Moor

                                            
Die beiden Luftaufnahmen vom Großen Torfmoor lassen deutlich die
unterschiedlichen Landschaftsformen erkennen.

Moorseen:
Im Zuge der Moornutzung entstanden tiefe und breite Entwässerungsgräben,
die sich über das gesamte Moor erstreckten.
Durch die Staumaßnahmen, die eine bodennahe Vernässung der höher gelegenen
Moorflächen verfolgten, entstanden entlang der tiefen Gräben zwangsläufig
größere Wasserflächen, die heute langsam wieder verlanden. Diese neu
entstandenen Moorseen weisen teilweise niedermoortypische Züge auf und
haben eine große Anziehungskraft auf Vögel.
Hier finden sich alle im Gebiet vorkommenden Entenarten, Graugänse,
Limikolen, Reiher, Taucher und eine kleine Lachmöwenkolonie.

                                             Moorsee

Moorwald:
In den Moorrandbereichen finden sich kleinere Moorbirkenwälder, die im
Zuge der Renaturierungsmaßnahmen bewusst nicht abgeholzt wurden. Diese
Wäldchen beherbergen die ältesten Baumbestände im Gebiet und bieten vielen 
Tierarten ideale Lebensbedingungen.
Je nach Standort – trocken oder feucht – passt sich die Tierwelt an. Hier
leben Pirol, Specht, Sing- und Greifvögel, sowie viele Insekten und
Amphibien.

   

   Feuchter Moorbirkenwald                    Trockener Moorbirkenwald 

 

Wachsendes Hochmoor:
Die ehemaligen bäuerlichen Handtorfstiche wurden möglichst kleinflächig
gestaut. Die „Stege“ zwischen den einzelnen Torfkuhlen brechen nun langsam
in sich zusammen und nach dem Zuwachsen mit Torfmoosen sind nur noch ihre
Umrisse zu erkennen.
In der weiteren Entwicklung bilden sich so genannte Schwingrasenflächen
aus, deren Betreten lebensgefährlich ist. In diesen Bereichen ist die 
Hochmoorregeneration gelungen.

   

  Ehemaliger Handtorfstich        Mit Torfmoos gefüllte          Schwinggrasflächen
                                                Torfkuhle

Offenen Moorlandschaft:
Nach den langjährigen Entwässerungen mineralisierte und verbuschte das
Moor zunehmend, so dass es in den 70er Jahren nahezu vollständig verbirkt
war.  
 
Heute, nachdem groß angelegte Entbirkungsaktionen durchgeführt wurden,
bemüht man sich um den Erhalt und die Entwicklung der Heidelandschaft auf
den höher gelegenen Moorflächen. Hierbei handelt es sich um Bereiche, wo
sich eine Wiedervernässung aufgrund der Höhenunterschiede zu schwierig
gestaltet oder nicht durchführbar ist.
Diese Heideflächen sind auch die Weidegebiete der Moorschnucken, die durch
Verbiss der nachwachsenden Birken helfen, die Flächen offen zu halten. 

                             Moorfläche mit Heidebewuchs 

Als Brutgebiet werden diese Freiflächen unter anderem von Großem Brachvogel,
Lerche und Wiesenpieper genutzt. Außerdem hat hier der Baumfalke sein
Jagdrevier, in dem er hauptsächlich Großinsekten wie Libellen jagt.
 
Übergangsbereiche:
In den Übergangsbereichen vom Hochmoor zu den Moorwiesen wurden in den
Nachkriegsjahren umfangreiche Aufforstungen mit Fichten undPappeln durchgeführt.
Ziel war es, diese schnell wachsenden Hölzer zügig vermarkten zu können. Da die
Böden zu nährstoffarm waren erwies sich diese Idee als Fehlplanung und wurde
wieder aufgegeben.

Deutlich lassen sich auf der Luftaufnahme die verschiedenen
Übergangsbereiche zwischen Moorwiesen und Bruchwald und zwischen Bruchwald
und Hochmoor erkennen.

So ist es letztlich der Nährstoffarmut zu verdanken, dass das Moor bestehen
konnte und nicht einem Nutzwald weichen musste.
In den Bereichen, wo Entwässerungsgräben gestaut wurden, sterben die nicht
standort-gerechten Waldungen langsam wieder ab. Die Bäume verfallen und treten
den Raum zugunsten standortgerechter Pflanzen ab.
Im Laufe der Jahre entwickelt sich hier ein naturnaher Bruchwald, der vielen
gefährdeten Tieren und Pflanzen als Lebensraum dient.
Bruchwälder zählen heute zu den seltenen und daher schützenswerten Lebensräumen 
in der gesamten EU.  

 

            Einblicke in den neu entstehenden Bruchwald

 

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