Amphibien, Libbellen & Schmetterlinge

Wie die Pflanzen müssen auch die Tiere mit den extremen Bedingungen im Moor zurecht kommen.

Amphibien

Der Moorfrosch

Der Moorfrosch meidet die sehr sauren Gewässer der Hochmoore. Sein Lebensraum sind die feuchten Randbereiche des Moores, wo er auf große ungestörte Flächen angewiesen ist um ausreichend Nahrung zu finden.

Wie alle Frösche nimmt auch der Moorfrosch Sauerstoff über die Lungen und über die Haut auf. Aus diesem Grund darf seine Haut nicht austrocknen. Dies wird durch eine Vielzahl von Schleimdrüsen gewährleistet. Der abgesonderte Schleim enthält verschiedene Giftstoffe, die es Pilzen und Mikroorganismen unmöglich machen auf dem feuchten Froschkörper zu siedeln und diesen so zu schädigen.

Rein äußerlich ist der Moorfrosch leicht mit dem Grasfrosch zu verwechseln. Beide sind rötlichbraun und unregelmäßig gefleckt und gehören zu den Braunfröschen. Doch im Vergleich läuft die Schnauze des Moorfrosches spitzer zu und er besitzt einen auffälligen dunklen Augenfleck.

Den Winter verbringt der Moorfrosch versteckt unter Pflanzen oder eingegraben im Schlamm, wo er vor Frost sicher ist. Als erste erwachen im März die Männchen aus der Winterstarre und wandern zu ihren Sommerquartieren. Sie suchen die Gewässer auf, in denen sie selbst zum Frosch herangereift sind. Andere ebenfalls zum Laichen geeignete Tümpel oder Schlenken werden von ihnen verschmäht.

 

                                   Moorfrosch im Hochzeitskleid

Am Laichgewässer eingetroffen warten sie auf die Weibchen und beginnen dann mit dem Werben. Mit einem eindringlichen und wohltönenden Quaken messen die ca. 7 cm großen Männchen ihre Kräfte und versuchen der potentiellen Braut zu imponieren

Hat sich dann ein Partner gefunden, legt das Weibchen des Moorfrosches bis zu 2000 Eier in einem Laichballen ab. Aus diesen Eiern entwickelt sich dann von Juni bis August die nächste Generation von Jungfröschen.

Das auffällige Hochzeitskleid des Männchens ist darauf zurückzuführen, dass die Schleimhaut ein ganz bestimmtes Lichtspektrum wiederspiegelt. So hängt die blaue Farbe vom Lichteinfall ab.

Die Zahl der Moorfrösche ist durch die Staumaßnahmen im Rahmen der Renaturierung stark angestiegen.

Neben dem durch sein Hochzeitskleid auffälligen Moorfrosch sind im NSG Großes Torfmoor auch Wasserfrösche heimisch, die zur Gruppe der Grünfrösche gehören.

Wasser- oder auch Teichfrösche erzeugen ihr nächtliches Froschkonzert durch die auf beiden Seiten hinter der Mundspalte hervorquellenden Schallblasen.

 

Libellen & Schmetterlinge

Libellen

Bereits zur Zeit der Dinosaurier besiedelten libellenartige Tiere – die Urahnen unserer heutigen Libellen – ­die Erde. Es gibt weltweit ca. 3700 bekannte Arten dieser oft bunt und auffällig gezeichneten Tiere.

Sie sind die einzigen geflügelten Insekten, die eine direkte Flugmuskulatur besitzen. Bis auf die Prachtlibellen können so auch alle Libellenarten ihre zwei Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen. Ihre Flügel bewegen sie zwar verhältnismäßig langsam, können aber dennoch Geschwindigkeiten von bis zu 15 m in der Sekunde erreichen.

 

              Torfmosaikjungfer                                                Nördliche Moosjungfer                           

 Auch wenn sich Libellen oft weit entfernt vom Wasser aufhalten, so ist Wasser für die Fortpflanzung erforderlich, denn die Larven dieser Tiere wachsen und entwickeln sich im Wasser, wo die Eier bei der Paarung abgelegt werden.

Dabei gibt es kaum einen Gewässertyp, in dem sich keine Libellenlarven finden. Perfekt an ihre Umgebung angepasst leben sie an Pflanzen geklammert, im Schlamm des Gewässerbodens vergraben oder an Steine gepresst, so dass Strömungen sie nicht fortreißen können.

Wie die erwachsenen Tiere sind auch schon die Larven der Libellen Räuber, die sich von anderen Insekten, Kaulquappen und sogar kleinen Fischen ernähren.

Aus diesem Grund bietet das Moor mit seinen Wasserflächen einen idealen Lebensraum für diese faszinierenden Tiere. Es kommen aber nur wenige speziell angepasste Arten vor, die für ihre Entwicklung oft mehrere Jahre benötigen, weil sie in den nährstoffarmen Moorgewässern nur wenig Beutetiere finden. Und während das Moor das Überleben dieser Insekten sichert, sichern diese als Nahrungsgrundlage wiederum das Überleben vieler Vogelarten. Insgesamt wurden bisher im Großen Torfmoor 19 Libellenarten festgestellt.

 

Schmetterlinge

Noch übertroffen in ihrer Artenvielfalt werden die Libellen von den Schmetterlingen. Weltweit sind mehr als 150 000 Arten bekannt, wovon immerhin mehr als 3000 in Mitteleuropa vorkommen.

Der Name Schmetterling leitet sich vermutlich von „Schmetten-ling" ab. „Schmetten" bedeutet im schlesischen und im österreichischen Dialekt Rahm oder Sahne. Auch das Plattdeutsche „Butterlecker" und das englische „butterfly" gehen auf diesen Ursprung zurück.

All diesen Bezeichnungen liegt ein alter Aberglaube zugrunde. Hiernach können sich Hexen in Schmetterlinge verwandeln und in dieser Gestalt Sahne, Milch und Butter stehlen.

 

                   Bläulinge                                       Pappelschwärmer

Das besondere Merkmal der Schmetterling ist ihr Saugrüssel. Mit ihm sind sie in der Lage flüssige Nahrung, wie z.B. Nektar zu sich zu nehmen, wenn sie in diesem Entwicklungsstadium überhaupt fressen. Der Schmetterling ist wie auch die Libelle das Endprodukt verschiedener Entwicklungsstufen, die sich äußerlich stark voneinander unterscheiden.

In der Nähe oder direkt auf den entsprechenden Futterpflanzen legen die Schmetterlinge ihre Eier ab. Aus ihnen schlüpfen ihre Larven, die Raupen. Raupen verkörpern das Fressstadium der Schmetterlinge. Sie besitzen einen abgesetzten Kopf mit Kiefern. In der Mehrzahl ernähren sich Schmetterlingsraupen von pflanzlicher Kost.

Die Raupenzeit dauert zwischen drei Wochen und bis zu neun Monaten bei überwinternden Arten. In dieser Zeit häuten sich die Tiere im Schnitt 4-5 mal. Es können aber auch bis zu 9 Häutungen vorkommen.

Ist die Raupe ausgewachsen sucht sie sich zur Verpuppung einen geschützten Ort. Hier spinnt sie mittels ihrer Spinndrüse einen Kokon, in dem die Verpuppung erfolgt. Es werden zwei Puppentypen unterschieden: die aufrecht stehenden Gürtelpuppen und die kopfabwärts hängenden Stürzpuppen.

Die nun einsetzende Puppenruhe variiert in ihrer Länge zwischen 10-14 Tagen und mehreren Jahren. In dieser Zeit erfolgt die Umwandlung in den Schmetterling. Auch die Lebensphase des Schmetterlings selbst kann von Art zu Art stark unterschiedlich sein. Manche leben nur wenige Stunden, wogegen die Arten, die als Falter überwintern bis zu 10 Monate überleben können. 

 

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