Innenarbeiten im Schafstall, 1999    Müllentsorgung und Aufräumarbeiten auf dem Hofgelände    Müllentsorgung und Aufräumarbeiten auf dem Hofgelände     

  Innenarbeiten im Schafstall, 1999                   Müllentsorgung und Aufräumarbeiten auf dem Hofgelände, 1999

 

Bau einer Insektenwand, 2001    Aufstellung eines Starenkastens mit 36 Brutnischen, 1999    Schafstall und Amphibienteich im Sommer 2001      

       Bau einer Insektenwand                            Aufstellung eines Starenkastens         Schafstall und Amphibienteich im

                       2001                                                1999                                          Sommer 2001                                    

Bereits während der Bauarbeiten war der NABU auf der Suche nach einem Schäfer, der bereit war, sich der Herausforderung der Moorbeweidung mit Moorschnucken zu stellen. Nach zwei Jahren war es dann soweit: der Schafstall war soweit hergestellt, ein Schäfer gefunden und die ersten Moorschnucken konnten einziehen.  Das Ziel, für die Moorpflege eine Herde von rund 1000 Moor-schnucken zu halten, ist noch nicht erreicht; aber in den folgenden zwei Jahren wuchs die Zahl der Tiere bereits von 100 auf über 500 Tiere an.

Nachdem der Schäfereibetrieb erfolgreich angelaufen war, konnte mit Hilfe von öffentlichen Geldern des Kreises und des Landes NRW die Erweiterung des Schäfereikomplexes beginnen. Direkt neben dem Stall entstand eine Remise.

Bau der Remise im Jahre 2001  
Bau der Remise im Jahre 2001  

Die Remise wurde 2001 fertig gestellt. Sie dient zur Lagerung von Raufutter für die Schafe und zur Unterstellung landwirtschaftlicher Maschinen. Das Winterfutter für die Schafe wird auf den Weideflächen im NSG durch ein- oder zweischürige Mahd gewonnen.

Der NABU hat in der Remise der Schäferei ebenfalls einen Betriebshof zur Unterbringung diverser Maschinen zur Landschaftspflege und zur Lagerhaltung verschiedener Materialien für den Artenschutz, sowie eine Werkstatt untergebracht.

 

Die weiße hornlose Heidschnucke gehört zu den drei ältesten und kleinsten Landschafrassen. Den Namen Moorschnucke verdankt sie der Tatsache, dass sie speziell für den Einsatz im Moor gezüchtet wurde. Sie ist mit der Heidschnucke aus der Lüneburger Heide, die anspruchsvoller und schwerer ist verwandt.

Wegen ihrer geringen Wirtschaftlichkeit waren die Moorschnucken bereits vom Aussterben bedroht. In den 70er Jahren war ihr Bestand auf nur 280 Tiere in ganz Deutschland geschrumpft.

Naturschützer erkannten gerade noch rechtzeitig den Wert dieser Tiere zur Erhaltung der Moor- und Heidelandschaften. Vermehrte Bemühungen zur Erhaltung der Rasse führten ab etwa 1985 zu einem steten Anwachsen des Bestandes, wodurch die Moorschnucke als alte Nutztierrasse erhalten blieb.

Nur die Moorschnucke eignet sich zur Hochmoorbeweidung, da andere Schafrassen auf den nassen Hochmoorflächen nicht existieren könnten. Von ihr werden die bitter schmeckenden Jungtriebe der Weißbirke im größeren Umfang gefressen, auch Besenheide, Bentgras, Wollgras und Seggen stehen auf ihrem Speiseplan. Verschiedene Rohfasern und andere Stoffe, die die Moorschnucke benötigt finden sich nur in der Moorvegetation. Aus diesem Grund vertragen die Moorschnucken gute Weiden auf Dauer nicht. Zur Stallfütterung reichen Heu und Stroh - Kraftfutter ist überflüssig, eher sogar schädlich. Dadurch wird die Aufnahme von Düngemitteln, wie sie zum Teil im Kraftfutter zu finden sind verhindert.

Aufgrund der Hütehaltung, überwiegend auf dem Hochmoor, spielen auch Krankheiten praktisch keine Rolle.

 

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Gestaltung der Außenanlagen und Befestigung der Zuwege, 1999   Gestaltung der Außenanlagen und Befestigung der Zuwege, 1999

               Gestaltung der Außenanlagen                                          und Befestigung der Zuwege, 1999

 
 
   

Die ersten Moorschnucken treffen am 20.07.2000 in ihrem neuen, bezugsfertigen Heim ein.

Der umfangreiche Bau der Remise im Jahre 2001 konnte nicht mehr von den aktiven NABU-Mitarbeitern allein erledigt werden.

Verschiedene Aufträge mussten an Firmen vergeben werden.

 
 
   

Im Winterhalbjahr, wenn die Nahrung im Moor knapp wird, werden die Moorschnucken zur Vorbeweidung der Moorwiesen eingesetzt. Dadurch finden die Wiesenvögel im Frühjahr kurzgrasige Flächen vor, die sich besser zur Nahrungssuche und für das Brutgeschäft eignen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Rahmen der Arbeiten wurde gleichzeitig die Gelegenheit genutzt, Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten - darunter Schleiereule, Turmfalke, Rotschwanz, Haussperling, Rauch-  und Mehlschwalbe - im und am Gebäude zu schaffen. Im Jahre 2002 entstand im Rahmen einer schulischen Projektarbeit eine Insekten-Wand. Ferner wurden ein Starenhaus mit 36 Brutplätzen und ein neues Storchennest auf dem Gelände errichtet.

Kopfweiden und Hecken wurden gepflanzt, das Gebäude eingegrünt, ein Amphibienteich hergerichtet und Informationstafeln entworfen und aufgestellt.

Schäferei  -  Beweidungsplan  -  Moorschnucken

Durch den Erwerb eines nicht mehr genutzten Schafstalls am südlichen Rand des NSG Großes Torfmoor im Jahre 1998 hat der NABU mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung und Sponsoren die Voraussetzung geschaffen, hier die Tradition der Moorbeweidung durch Schafe wieder aufleben zu lassen.

 Schäferei

In mühevoller Eigenarbeit haben die NABU-Mitarbeiter den alten Stall, der seit Jahren stillgelegt war und die zugehörige Hof- und Freifläche in den darauf folgenden Jahren wieder instandgesetzt. Insgesamt betrug der Aufwand dafür über 2500 Arbeitsstunden. Dazu gehörten nicht nur Ausbesserungsarbeiten am Gebäude selbst, auch die umliegenden Wiesen und die Wege bedurften dringender Sanierung.

Beweidungsplan <<

Die Moorschnucken sollen dazu beitragen, die Pflege des Moores und seiner Randzonen durch Verbiss des Aufwuchses auf schonende Art und Weise zu gewährleisten. Das Offenhalten eines baumfreien Hochmoores wird durch die Schafe sehr erleichtert. Neben den verschiedenen Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen spielt die Beweidung eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Entwicklung des Moores.

Entscheidend für den Erfolg ist dabei eine entsprechend große Herde und die gezielte Führung durch einen ausgebildeten Schäfer, der die Herde mit seinen Hunden ganzjährig nach Beweidungsplänen hütet.

Die Grundlage für den Beweidungsplan ist ein Beweidungskonzept, in dem die Rahmenbedingungen und Pflegeziele definiert werden. Das Beweidungsgebiet, die Herdengröße und die jahreszeitlich bedingten Beweidungsschwerpunkte werden festgelegt. Mögliche Futterengpässe und die Flächen zur Winterfuttergewinnung werden ermittelt. Das Beweidungsgebiet wird in Teilbereiche eingeteilt, in deren Nähe Pferchflächen festgelegt werden. Triftwege und Hütegänge werden dargestellt. Ferner wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der die Infrastruktur zur Schafbeweidung verbessern und Gefahrenquellen aufzeigen soll.

Auf diesen Grundlagen wird jedes Jahr ein neuer Beweidungsplan erstellt. Dieser dient dem Schäfer als Handlungsgrundlage bei der Umsetzung der Naturschutzziele. So werden die Beweidungsprioritäten jeweils nur für ein Jahr festgelegt. Es wird dabei zwischen beweidungsrelevanten Vegetationseinheiten und Ausschlussflächen unterschieden, die z.B. aus faunistischen Artenschutzgründen nicht oder nur bedingt beweidet werden dürfen. Bei der Erstellung des Plans werden auch die im jeweils vorangegangenen Winterhalbjahr durchgeführten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt und Erfahrungen aus dem Vorjahr mit einbezogen.

Moorschnucken <<

Die Herkunft der Moorschnucke lässt sich nicht mehr völlig rekonstruieren, geht aber im wesentlichen auf das Mufflon, das europäische Wildschaf, zurück. Seit Jahrhunderten sind sie in Nord- und Nordwestdeutschland heimisch und charakteristisch für diese Landschaft. Moorschnucken sind genügsam, widerstandsfähig, verbissfreudig und an die besonderen Verhältnisse in der feuchten Moor- und Heidelandschaft bestens angepasst.

 

Moorschnucken mit dem Schäfer auf dem Weg zu ihrer Arbeit

Ihre „Wildheit“ und ihr Bewegungsdrang verlangen täglichen Austrieb, der auch bei Regen und im strengen Winter nicht ausbleiben darf. Während der Ruhephasen der Schafe wie z.B. nachts wird der Stall aufgesucht. Dadurch wird der Nährstoffeintrag im Moor auf ein Minimum begrenzt. Der wertvolle Dünger aus dem Stall kann auf den Feldern genutzt werden.