Im Rahmen der Arbeiten wurde gleichzeitig die Gelegenheit genutzt, Nistmöglichkeiten für verschiedene Vogelarten - darunter Schleiereule, Turmfalke, Rotschwanz, Haussperling, Rauch- und Mehlschwalbe - im und am Gebäude zu schaffen. Im Jahre 2002 entstand im Rahmen einer schulischen Projektarbeit eine Insekten-Wand. Ferner wurden ein Starenhaus mit 36 Brutplätzen und ein neues Storchennest auf dem Gelände errichtet.
Kopfweiden und Hecken wurden gepflanzt, das Gebäude eingegrünt, ein Amphibienteich hergerichtet und Informationstafeln entworfen und aufgestellt.
Schäferei - Beweidungsplan - Moorschnucken
Durch den Erwerb eines nicht mehr genutzten Schafstalls am südlichen Rand des NSG Großes Torfmoor im Jahre 1998 hat der NABU mit finanzieller Unterstützung der NRW-Stiftung und Sponsoren die Voraussetzung geschaffen, hier die Tradition der Moorbeweidung durch Schafe wieder aufleben zu lassen.
Schäferei
In mühevoller Eigenarbeit haben die NABU-Mitarbeiter den alten Stall, der seit Jahren stillgelegt war und die zugehörige Hof- und Freifläche in den darauf folgenden Jahren wieder instandgesetzt. Insgesamt betrug der Aufwand dafür über 2500 Arbeitsstunden. Dazu gehörten nicht nur Ausbesserungsarbeiten am Gebäude selbst, auch die umliegenden Wiesen und die Wege bedurften dringender Sanierung.
Die Moorschnucken sollen dazu beitragen, die Pflege des Moores und seiner Randzonen durch Verbiss des Aufwuchses auf schonende Art und Weise zu gewährleisten. Das Offenhalten eines baumfreien Hochmoores wird durch die Schafe sehr erleichtert. Neben den verschiedenen Renaturierungs- und Pflegemaßnahmen spielt die Beweidung eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Entwicklung des Moores.
Entscheidend für den Erfolg ist dabei eine entsprechend große Herde und die gezielte Führung durch einen ausgebildeten Schäfer, der die Herde mit seinen Hunden ganzjährig nach Beweidungsplänen hütet.
Die Grundlage für den Beweidungsplan ist ein Beweidungskonzept, in dem die Rahmenbedingungen und Pflegeziele definiert werden. Das Beweidungsgebiet, die Herdengröße und die jahreszeitlich bedingten Beweidungsschwerpunkte werden festgelegt. Mögliche Futterengpässe und die Flächen zur Winterfuttergewinnung werden ermittelt. Das Beweidungsgebiet wird in Teilbereiche eingeteilt, in deren Nähe Pferchflächen festgelegt werden. Triftwege und Hütegänge werden dargestellt. Ferner wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, der die Infrastruktur zur Schafbeweidung verbessern und Gefahrenquellen aufzeigen soll.
Auf diesen Grundlagen wird jedes Jahr ein neuer Beweidungsplan erstellt. Dieser dient dem Schäfer als Handlungsgrundlage bei der Umsetzung der Naturschutzziele. So werden die Beweidungsprioritäten jeweils nur für ein Jahr festgelegt. Es wird dabei zwischen beweidungsrelevanten Vegetationseinheiten und Ausschlussflächen unterschieden, die z.B. aus faunistischen Artenschutzgründen nicht oder nur bedingt beweidet werden dürfen. Bei der Erstellung des Plans werden auch die im jeweils vorangegangenen Winterhalbjahr durchgeführten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigt und Erfahrungen aus dem Vorjahr mit einbezogen.
Die Herkunft der Moorschnucke lässt sich nicht mehr völlig rekonstruieren, geht aber im wesentlichen auf das Mufflon, das europäische Wildschaf, zurück. Seit Jahrhunderten sind sie in Nord- und Nordwestdeutschland heimisch und charakteristisch für diese Landschaft. Moorschnucken sind genügsam, widerstandsfähig, verbissfreudig und an die besonderen Verhältnisse in der feuchten Moor- und Heidelandschaft bestens angepasst.
Moorschnucken mit dem Schäfer auf dem Weg zu ihrer Arbeit
Ihre „Wildheit“ und ihr Bewegungsdrang verlangen täglichen Austrieb, der auch bei Regen und im strengen Winter nicht ausbleiben darf. Während der Ruhephasen der Schafe wie z.B. nachts wird der Stall aufgesucht. Dadurch wird der Nährstoffeintrag im Moor auf ein Minimum begrenzt. Der wertvolle Dünger aus dem Stall kann auf den Feldern genutzt werden.