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3. August 2022

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Weserschwimmen im Naturschutzgebiet

 

 

 

Gemeinsame Presseerklärung der Kreisverbände von NABU und BUND vom 31.7.2022

 

Weserversalzung als Alibi

Zum zehnten Mal ruft der Stadtsportverband Petershagen zum Weserschwimmen auf, das MT berichtete. Bis auf 2019, als die Veranstaltung unter strengen Auflagen im Rahmen des Wesertags ausnahmsweise genehmigt wurde, war sie in dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Weserabschnitt verboten. Genutzt hat es nichts – trotz Verboten fand das Weserschwimmen im Naturschutzgebiet statt, und an die Auflage der Teilnehmerbegrenzung 2019 hielten sich die Veranstalter nicht.

Nun wird erneut zur Teilnahme an diesem Event im sensibelsten Teil der Minden-Lübbecker Weseraue aufgerufen.

Das Schwimmen im Petershäger Naturschutzgebiet wird mit dem Kampf gegen die Weserversalzung begründet. Fällt den Veranstaltern mit immer den gleichen Akteuren nicht auf, fragen die Kreisverbände von BU ND und NABU fassungslos, dass die Weser von Fulda bis zur Küste eine Salzfracht aufweist und man das eigene Argument, sich für den Erhalt der Natur einzusetzen, ad absurdum führt, indem man in großer Zahl mit Begleitbooten ausgerechnet in einem FFH Vogelschutz- und Naturschutzgebiet schwimmt? Wo doch 2013 schon mal eine mit den Naturschutzverbänden und der Biologischen Station abgestimmte, ca. 6 km lange Strecke zwischen dem Bootshaus des Gymnasiums Petershagen und dem Anleger Heisterholz gefunden wurde.

Demgegenüber ist das Vogelschutzgebiet ein besonders sensibler Weserabschnitt, der gerade dem Schutz dieses stark geschädigten Ökosystems gewidmet ist. In der Aufforderung, bitte in der Flußmitte zu schwimmen und dabei leise zu sein, zeigt sich die ganze Widersprüchlichkeit.

Wie glaubwürdig ist eine Veranstaltung, die vorgibt, sich für die Natur einzusetzen, die aber mit dieser Intention genauso gut an jedem anderen Abschnitt der Weser stattfinden könnte?  Oder geht es hier einfach nur darum, in einem besonders schönen Abschnitt der Weser ein Event zu etablieren, das hier absolut nicht hingehört?

Dass es auch anders geht, zeigt die DLRG, die am 20.08.2022 zum 1. Mindener Weserschwimmen einlädt – stromabwärts vorbei an Mindens Innenstadt, entlang einer sicherlich sehr reizvollen, aber naturschutzfachlich völlig unproblematischen Strecke.

Wäre das nicht die Gelegenheit sich hier zu beteiligen und mit anderen Veranstaltern das Anliegen des Weserschutzes auf eine breite Basis zu stellen, fragen sich die Naturschutzverbände.

NABU und BUND fordern die Veranstalter auf, endlich mit geeigneten Mitteln gegen die Weserversalzung aufzutreten und nicht mit Scheinargumenten für einen touristischen Event in einem Schutzgebiet aufzurufen. Glauben die Veranstalter wirklich, so NABU und BUND, dass diese unehrliche Verpackung nicht durchschaut wird?

Fatal ist, dass mit dieser Veranstaltung auch eine Botschaft verbunden ist, sich um Verbote, Schutzgebiete und sensible Pflanzen- und Vogelarten nicht zu scheren. Das Artensterben und der Verlust an biologischer Vielfalt zeigen jedoch: Wir brauchen dringend mehr Naturschutz, aber kein Weserschwimmen mitten im Vogelschutzgebiet!

 

 

Für Rückfragen:

 

Lothar Meckling

Telefon: 0150 1951724

 

Rainer Vogt

Telefon: 0151 26112559

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Geschäftsstelle im Moorhus
Frotheimer Str. 57a
32312 Lübbecke

Tel. 05741 2409505
E-Mail: info@nabu-minden-luebbecke.de

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