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8. April 2022

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Krieg nicht gegen Naturschutz instrumentalisieren

PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR. 19 | 07. April 2022

ABU: Krieg nicht gegen Naturschutz instrumentalisieren

Naderer: Umweltministerin Heinen-Esser muss Weichen für eine nachhaltige, ökologische und sozial gerechte Landwirtschaft in NRW stellen

Düsseldorf – Mit absolutem Unverständnis reagierte die Landesvorsitzende des NABU Nordrhein-Westfalen, Dr. Heide Naderer, auf den gemeinsam mit anderen unionsgeführten Bundesländern gestellten Antrag von Landwirtschaftsministerin Heinen-Esser zur morgigen Bundesratssitzung in Berlin, die sogenannten „ökologischen Vorrangflächen“ der Agrarpolitik komplett für die Lebensmittelerzeugung freizugeben. „Wir sind entsetzt über die anhaltende Ignoranz der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin und einiger konservativer Vertreter der Agrarpolitik gegenüber dringend notwendigen Verbesserungen für die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft. Offenbar wird der schreckliche Krieg in der Ukraine gerade als Vorwand genutzt, um unliebsame, aber dringend notwendige Regelungen zur Ökologisierung der Landwirtschaft wieder loszuwerden“, sagte die NABU-Landesvorsitzende heute in Düsseldorf.

Eine intensive Nutzung der Brachflächen hätte deutlich negative Folgen für die Artenvielfalt der Kulturlandschaft. Würde dabei aber noch nicht einmal die aktuellen Probleme der globalen Getreideproduktion lösen. So hätte die Umsetzung der geplanten ungenutzten Flächen nur eine marginal geringere globale Getreideproduktion zur Folge. Auch auf den Getreidepreis ist der Einfluss gering. „Was auch gerne verschwiegen wird -gerade einmal 20 Prozent der heimischen Getreideproduktion werden wirklich für Lebensmittel wie Brot, Nudeln oder andere Teigwaren genutzt. Etwa 60 Prozent landen im Futtertrog für Schweine, Hühner und Rinder. Rund zehn Prozent werden als Biokraftstoff im Benzin und weitere acht Prozent in der Industrie eingesetzt“, erklärte Naderer. Wer den Hunger in der Welt wirklich besiegen wolle, müsse dafür sorgen, dass Lebensmittel effizienter genutzt und gerechter verteilt werden. Das beinhalte vor allem, weniger Fleisch und Futtermittel zu produzieren und weniger Lebensmittel zu verschwenden. Und es bedeute eine faire Agrar- und Handelspolitik mit den Ländern des globalen Südens.

Mit dieser Forderung sieht sich der NABU nicht alleine. In einem offenen Brief richteten zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen Tagen ähnliche Botschaften an die Politik. Auch der kürzlich vom Weltklimarat (IPPC) veröffentlichte zweite Bericht fordert zum Schutz des Klimas und der Regenwälder eine Reduktion des zu hohen Fleischkonsums. „Welchen Beitrag die Agrarpolitik in Deutschland und speziell in Nordrhein-Westfalen jetzt umgehend hierzu leisten könnten, dazu schwiegen sich sowohl Ministerin Heinen-Esser als auch die Bauernverbände im Land aber bislang aus, so Naderer weiter.

Der NABU NRW appellierte erneut an Ministerin Heinen-Esser die Weichen für eine nachhaltige, ökologische und sozial gerechte Landwirtschaft in NRW zu stellen und sich für eine Verabschiedung der Gesetzesvorschläge der EU-Agrarreform in kürzester Zeit einzusetzen. Die zukünftige Landesregierung habe dann die Aufgabe rasch alternative Lösungsansätze wie die notwendige Reduzierung unseres Tierbestandes und der Verschwendung von Lebensmitteln konsequent voranzubringen.

 

Weiterführende Infos:

Bundesweite Statistik und Grafik zur Verwendung von Getreide: https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-foerster-und-pflanzenbauer/was-waechst-auf-deutschlands-feldern

 

Offener Brief aus der Wissenschaft: https://www.uni-goettingen.de/de/54088.html?id=6633

 

Folgen der Umsetzung der Stilllegungsflächen auf die Getreideproduktion und den Getreidepreis: https://www.boell.de/sites/default/files/2022-03/E-Paper-Auswirkungen-Aenderung-Flaechenstilllegung-EU-auf-globalen-Getreidemarkt.pdf

 

Das Handlungsprogramm Natur und Umwelt – die ausführlichen Forderungen des NABU NRW zur Landtagswahl 2022 ist unter www.NABU-NRW.de/wahl22 zu finden.

 

Für Rückfragen:

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW, Tel.: 0211- 15 92 51-41

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211 15 92 51 – 14 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de

 

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