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22. Mai 2021

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Wehrübung in Jössen

Pressemitteilung des NABU KV Minden-Lübbecke

 

Alle Jahre wieder

Bundeswehr übt Weserquerung im EU-Vogelschutzgebiet Weseraue

 

Für den Kreisverband Minden Lübbecke des Naturschutzbundes ist es unverständlich, dass erneut mitten in der Brutzeit eine Weserquerung mit Brückenbau am Pionierübungsplatz Jössen im EU-Vogelschutzgebiet Weseraue nach Pfingsten angesetzt wurde. Schon in den vergangenen Jahren sind derartige Übungen im Frühjahr kritisiert worden. 500 Soldaten, über 100 Rad- und mehrere Kettenfahrzeuge sowie die Übung einer Fernmeldeeinheit lassen sich nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt durchführen. Mit stark motorisierten Booten wird die Weser jeweils einen Kilometer unterhalb und oberhalb des Übungsplatzes befahren. Am Mindener Übungsplatz kann man regelmäßig beobachten, welche Störungen durch Lärm und Wellenschlag mit dem Einsatz dieser Boote verbunden sind. Der NABU befürchtet, dass dadurch Vogelbruten im Uferbereich so stark gestört werden, dass die Bruten aufgegeben werden. Die Übung wird von einem Hubschrauber beobachtet und der Generalinspekteur der Bundeswehr lässt sich mit dem Hubschrauber zum Besuch der Übung einfliegen. Die eigentliche Übung ist für einen Tag angesetzt, allerdings ist mit Vor- und Nachbereitung von einer Störung über mehrere Tage auszugehen.

Natürlich ist auch der Bundeswehr das Bundesnaturschutzgesetz bekannt. Und man weiß auch, dass Verstöße gegen den § 44 BNatSchG den Tatbestand einer Straftat erfüllen können. Wie man allerdings die Verbotstatbestände dieses Gesetzes im Rahmen einer solchen Übung vermeiden will, bleibt offen. Nach diesem Paragrafen ist es nämlich verboten, die wildlebenden Tiere der besonders geschützten Arten, darunter fallen alle Vögel, zu töten oder ihre Fortpflanzung- und Ruhestätten zu beschädigen oder zu zerstören. Auch Störungen durch z.B. Verscheuchen vom Gelege während der Fortpflanzungszeit sind bei Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der Population verboten. Eine solche Beeinträchtigung der Population kann bei seltenen Arten auftreten, mit denen gerade in einem Vogelschutzgebiet zu rechnen ist.

Letztlich geht es aber nicht um Paragrafen, sondern um das Verständnis dafür, Auswirkungen auf unsere ohnehin stark beeinträchtigten Naturräume so weit wie möglich zu vermeiden. Es geht nicht um die generelle Einschränkung der Nutzung dieses Übungsplatzes durch die Bundeswehr, aber warum diese Übung in der Jahreszeit mit dem größten Störungspotential stattfinden muss, erschließt sich nicht.

Der NABU Minden-Lübbecke erwartet deshalb von der Bundeswehr, während der Brutzeit und während der Rastzeiten im Winter auf Übungen im EU-Vogelschutzgebiet Weseraue zu verzichten.

 

Autor: Lothar Meckling, Vorsitzender, Tel. 01520 19 51 724

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