Wissenswertes - NABU Minden-Lübbecke

13. Juni 2017

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Feuchtbiotope

Feuchtwiesen

Eine selten gewordene Form der Kulturlandschaft
Die vom Menschen geformte Kulturlandschaft der Feuchtwiesen findet sich in
ganz Europa und gehörte bis vor ein paar Jahrzehnten sogar zu den häufigen
Biotopen. In vielen Gebieten kam es in den letzten Jahren zu einem
drastischen Rückgang der Feucht- und Nasswiesen. Die Ursachen hierfür sind
Entwässerung, Düngung, Umwandlung in Ackerland und Aufforstung – kurz eine
erheblich intensivierte landwirtschaftliche Nutzung.

Die Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Sie wird 15 bis 50 cm hoch. Von April bis Mai kann man ihre schalenförmigen, dottergelben Blüten bewundern. Dieser leuchtenden Farbe verdankt die Blume auch ihren Namen.

Die typische Feuchtwiese gibt es nicht. Durch unterschiedliche Grundwasserstände oder Staunässe sowie die Nährstoffversorgung bilden sich verschiedene Typen heraus. Mit ihrer artenreichen Vogelwelt, bunten Schmetterlingen und verschiedensten Pflanzen beleben sie die oft von Flüssen und Bächen durchzogene Landschaft. Sumpfdotterblumenwiesen bilden sich auf den nährstoffreicheren Böden, die früher als ergiebige Futterwiesen dienten. Zur Gewinnung von Einstreu wurden die Pfeifengraswiesen genutzt, die sich auf nährstoffarmen Flächen mit stark schwankenden Wasserständen ausbildeten. In den Bereichen der Feuchtwiesen, die das ganze Jahr nass sind, finden sich. Binsen, Seggen und andere SauergräserTypische Pflanzen, die in Feuchtwiesen vorkommen sind Kuckuckslichtnelke,Wiesenschaumkraut, Schlangenknöterich, Sumpfdotterblume und Flatterbinse,um nur einige zu nennen. Sie bieten einen Lebensraum für unzählige Insektenarten, darunter viele Schmetterlingsarten, Bienen, Hummeln und Amphibien. Zu den anzutreffenden Vögeln gehören Bekassine, Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel und natürlich der Weißstorch.

Großer Brachvogel
Weißstorch
Kiebitz

Nur durch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung sind Feuchtgebiete langfristig zu schützen. Hierbei ist es erforderlich, dass Landwirtschaft und Naturschutz eng zusammenarbeiten. So sollte auf Düngung besonders mit Kunstdünger und Gülle verzichtet, die Anzahl von Weidetieren beschränkt werden und auf Flächen mit bodenbrütenden Wiesenvögeln die erste Mahd erst nach Beendigung des Brutgeschäftes erfolgen. Außerdem ist eine Staffelmahd zu empfehlen, damit den blütenbesuchenden Insekten nicht plötzlich die Lebensgrundlage entzogen wird.

Bereits in der Vergangenheit wurden ökologisch wertvolle Flächen, insbesondere Feuchtwiesen, vom NABU-Kreisverband Minden-Lübbecke gekauft oder angepachtet. Weiterer Flächenerwerb ist bei entsprechender finanzieller Ausstattung vorgesehen. Ferner hilft der NABU bei der Schaffung von Kleingewässern.

Die Renaturierung ist besonders da erfolgreich, wo die ursprüngliche Krautschicht noch weitgehend erhalten ist. Bei Ackerflächen ist oftmals zuerst eine Hebung des Grundwasserspiegels erforderlich. Bei der Neuansaat sind Wiesenblumenmischungen zu vermeiden, da sie oft gebietsfremde Arten enthalten. Intensiv genutzte Wiesenflächen müssen über Jahre ausgemagert werden, bevor sich die ursprüngliche Flora wieder entwickeln kann.

Kleingewässer mit ihren vielfältigen Lebensgemeinschaften aus Pflanzen und Tieren sind weitgehend aus unserer Landschaft verschwunden. Der Verlust dieser Biotope wurde vor allem durch rigorose Flurbereinigungsmaßnahmen sowie einer intensiven Landbewirtschaftung bewirkt. Der NABU hat in der Vergangenheit eine Vielzahl von Kleingewässern neu angelegt. Für die Zukunft sind weitere Neuanlagen, mit dem Ziel, langfristig eine Lebensraumvernetzung zu erreichen, geplant.

neues Kleingewässer
Braunkehlchen
Knabenkraut

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Kontakt

NABU Kreisverband Minden-Lübbecke
Geschäftsstelle im Moorhus
Frotheimer Str. 57a
32312 Lübbecke

Tel. 05741 2409505
E-Mail: info@nullnabu-minden-luebbecke.de

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