Wissenswertes - NABU Minden-Lübbecke

13. Juni 2017

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Moorlandschaften

Die verschiedenen Landschaftsformen im Moor

Durch die Jahrzehnte dauernde Nutzung des Moores und seine systematische Zerstörung entstehen  in der Renaturierungsphase sehr verschiedene Landschaftsformen auf engstem Raum. 

Luftaufnahme Moor
Luftaufnahme Moor

Die beiden Luftaufnahmen vom Großen Torfmoor lassen deutlich die unterschiedlichen Landschaftsformen erkennen.

Moorseen:

Im Zuge der Moornutzung entstanden tiefe und breite Entwässerungsgräben, die sich über das gesamte Moor erstreckten. Durch die Staumaßnahmen, die eine bodennahe Vernässung der höher gelegenen Moorflächen verfolgten, entstanden entlang der tiefen Gräben zwangsläufig größere Wasserflächen, die heute langsam wieder verlanden. Diese neu entstandenen Moorseen weisen teilweise niedermoortypische Züge auf und haben eine große Anziehungskraft auf Vögel. Hier finden sich alle im Gebiet vorkommenden Entenarten, Graugänse, Limikolen, Reiher, Taucher und eine kleine Lachmöwenkolonie.

Moorsee

Moorwald

In den Moorrandbereichen finden sich kleinere Moorbirkenwälder, die im Zuge der Renaturierungsmaßnahmen bewusst nicht abgeholzt wurden. Diese Wäldchen beherbergen die ältesten Baumbestände im Gebiet und bieten vielen Tierarten ideale Lebensbedingungen. Je nach Standort – trocken oder feucht – passt sich die Tierwelt an. Hier leben Pirol, Specht, Sing- und Greifvögel, sowie viele Insekten und Amphibien.

Feuchter Moorbirkenwald
Trockener Moorbirkenwald
Trockener Moorbirkenwald

Wachsendes Hochmoor

Die ehemaligen bäuerlichen Handtorfstiche wurden möglichst kleinflächig gestaut. Die „Stege“ zwischen den einzelnen Torfkuhlen brechen nun langsam in sich zusammen und nach dem Zuwachsen mit Torfmoosen sind nur noch ihre Umrisse zu erkennen. In der weiteren Entwicklung bilden sich so genannte Schwingrasenflächen aus, deren Betreten lebensgefährlich ist. In diesen Bereichen ist die Hochmoorregeneration gelungen.

Ehemaliger Handtorfstich
Mit Torfmoos gefüllte Torfkuhle
Schwinggrasflächen

Offenen Moorlandschaft

Nach den langjährigen Entwässerungen mineralisierte und verbuschte das Moor zunehmend, so dass es in den 70er Jahren nahezu vollständig verbirkt war.

Heute, nachdem groß angelegte Entbirkungsaktionen durchgeführt wurden, bemüht man sich um den Erhalt und die Entwicklung der Heidelandschaft auf den höher gelegenen Moorflächen. Hierbei handelt es sich um Bereiche, wo sich eine Wiedervernässung aufgrund der Höhenunterschiede zu schwierig gestaltet oder nicht durchführbar ist. Diese Heideflächen sind auch die Weidegebiete der Moorschnucken, die durch Verbiss der nachwachsenden Birken helfen, die Flächen offen zu halten.

Moorfläche mit Heidebewuchs

Als Brutgebiet werden diese Freiflächen unter anderem von Großem Brachvogel, Lerche und Wiesenpieper genutzt. Außerdem hat hier der Baumfalke sein Jagdrevier, in dem er hauptsächlich Großinsekten wie Libellen jagt.

Übergangsbereiche:

In den Übergangsbereichen vom Hochmoor zu den Moorwiesen wurden in den Nachkriegsjahren umfangreiche Aufforstungen mit Fichten undPappeln durchgeführt. Ziel war es, diese schnell wachsenden Hölzer zügig vermarkten zu können. Da die Böden zu nährstoffarm waren erwies sich diese Idee als Fehlplanung und wurde wieder aufgegeben.

Deutlich lassen sich auf der Luftaufnahme die verschiedenen Übergangsbereiche zwischen Moorwiesen und Bruchwald und zwischen Bruchwald und Hochmoor erkennen.

So ist es letztlich der Nährstoffarmut zu verdanken, dass das Moor bestehen konnte und nicht einem Nutzwald weichen musste. In den Bereichen, wo Entwässerungsgräben gestaut wurden, sterben die nicht standort-gerechten Waldungen langsam wieder ab. Die Bäume verfallen und treten den Raum zugunsten standortgerechter Pflanzen ab. Im Laufe der Jahre entwickelt sich hier ein naturnaher Bruchwald, der vielen gefährdeten Tieren und Pflanzen als Lebensraum dient. Bruchwälder zählen heute zu den seltenen und daher schützenswerten Lebensräumen in der gesamten EU.

Einblicke in den neu entstehenden Bruchwald
Einblicke in den neu entstehenden Bruchwald

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