Wissenswertes - NABU Minden-Lübbecke

13. Juni 2017

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Störche

Störche

Störche im Kreis Minden-Lübbecke

Störche

Während man am Niederrhein auf eine neue Besiedlung durch Störche hofft, besteht im Kreis Minden-Lübbecke seit vielen Jahrzehnten der größte und wichtigste Storchenbestand in NRW. Neben den Störchen an der Weser werden die Störche im Altkreis Lübbecke seit über 40 Jahren von uns betreut.

Im Spätsommer kann man auch noch heute auf größere Gruppen von Störchen treffen, die sich vor dem Abflug in ihre Winterquartiere sammeln.

Ehemals waren im Altkreis nahezu in jeder Ortschaft Brutpaare zu finden. Nach den großen Flurbereinigungen und Entwässerungen schrumpfte der Bestand stetig. Um die verbliebenen Störche bemüht sich der NABU besonders. Schutzmaßnahmen, die den Weißstörchen aber auch allen anderen Großvögeln, wie z.B. dem Uhu, zugute kommen bestehen in der Sicherung von Freileitungen und Trafostationen. Dies konnte in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Energieversorgungs-unternehmen RWE erreicht werden. Wir erfassen die Storchenpaare und die Jungstörche, kümmern uns um die Erhaltung und den Neubau von Horsten und bemühen uns um Erhalt, Schaffung, Verbesserung und Renaturierung von Lebensräumen. Die Instandsetzung und der Aufbau von Storchenhorsten werden häufig mit Hilfe des RWE durchgeführt.
Nachdem 1987 auch im Altkreis die letzte Brut erfolglos war, dauerte es drei Jahre, bis die ersten Störche wieder ein Nest besetzten. Nach weiteren drei Jahren war 1993 endlich ein neuer Bruterfolg zu vermelden. Auch wenn es nur ein Jungvogel war, griffen jetzt die in den 80er Jahren eingeleiteten Lebensraumverbesserungen. Um die Region für den Storch wieder attraktiver zu machen, wurden Flächen gekauft, extensiviert und wiedervernässt. Zahlreich angelegte Kleingewässer, wie sie ehemals als Viehtränken in den Wiesen vorhanden waren, wurden als Amphibiengewässer wieder neu angelegt. Ein entsprechendes Flächenmanagement zur Bewirtschaftung der Wiesenflächen verbesserte die Nahrungsgrundlage für die Störche.

Jungstörche im Nest
Fütterung der Jungstörche
Altvogel im Flug

Seit 1993 konnten nun jedes Jahr ein bis zwei Paare ihre Jungen aufziehen. Zur Zeit übersommern in den Randbereichen des Großen Torfmoores mit einer Fläche von ca. 500 ha jedes Jahr zwei bis drei Paare.
In ganz Deutschland gibt es heute noch ca. 4000 Brutpaare. Davon brüten in NRW gerade (wieder) etwa 10 Storchenpaare und das auch nur in guten Jahren. Die Beringung von Jungstörchen wird in Zukunft möglicherweise wieder neue Erkenntnisse über das Verhalten der Störche liefern. Aus diesem Grund wurden 2003 erstmals wieder Jungstörche im Altkreis beringt. Die Storchenbetreuer im Kreis Minden-Lübbecke, der NABU und das Aktionskomitee zur Rettung der Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke hoffen so mehr über das Zugverhalten der Nachkommen sogenannter Projektstörche zu erfahren.
Projektstörche sind Störche, die aus Zuchtstationen, Wiederansiedlungsprojekten im benachbarten Ausland oder aus Zoologischen Gärten stammen. Diese Gehegestörche haben gelernt die Nähe des Menschen zu nutzen und profitieren von den Fütterungen in den Anlagen. Der Einfluss dieser Tiere, die das Zugverhalten abgelegt haben, auf die Wildpopulation wird immer größer.
Dies gilt besonders für den Kreis Minden-Lübbecke, der sich an der westlichen Verbreitungsgrenze des Weißstorches befindet. Störche aus Zuchtstationen im benachbarten Ausland besetzen die Lebensräume der Wildstörche, die erst später im Jahr aus dem Süden in ihr Brutgebiet zurückkehren.  Bei den Versuchen ihre alten Nester wieder zu besetzen, kommt es hierdurch zu Störungen im Brutgeschäft oder sogar zu Verlusten bei den Gelegen.
Die Jungstörche werden beringt, damit man ihren Lebensweg verfolgen kann. Für die Ornithologen und Storchenschützer ist es von besonderem Interesse zu erfahren, ob die Nachkommen der Projektstörche ebenfalls das Zugverhalten ablegen oder sich wieder den Wildstörchen anschließen und die Reise in die südlichen Winterquartiere antreten.

Zum Aktionskomitee “Rettet die Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke”

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Geschäftsstelle im Moorhus
Frotheimer Str. 57a
32312 Lübbecke

Tel. 05741 2409505
E-Mail: info@nabu-minden-luebbecke.de

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