2026: Wanderfalkenpaar wieder komplett in der St. Marienkirche in Minden.
Bis 2020 brütet in Turm der St. Marienkirche ein Wanderfalken-Weibchen mit der Ringnummer 4273118 – A32. Es war als Nestling am 07.06.2004 in Dortmund-Mengede beringt worden und wurde am 28.04.2014 erstmalig als Brutvogel mit drei Jungvögel in der St. Marienkirche nachgewiesen. Auch in den Folgejahren zog das Weibchen in 2017 zwei Jungvögeln, 2018 einen Jungvogel und 2019 ebenfalls nur einen Jungvogel erfolgreich groß.
Nach einer Verletzungsbehandlung in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen in den Wintermonaten 2019/20 sollte das genesene Tier an der St. Marienkirche im Frühjahr ausgewildert werden. Doch der Platz war schon von einem anderen Weibchen besetzt und die Auswilderung misslang. Das neue Weibchen, als Nestling am 11.05.2018 in Magdeburg beringt mit den Markierungsmerkmalen EA 196645 – W YX, ist seit 2020 ständiger Brutvogel in der St. Marienkirche und hat bereits fünf Jahre erfolgreich gebrütet.
2020 – 4 Jungvögel
2021 – 4 Jungvögel
2022 – 4 Jungvögel
2023 – 3 Jungvögel
2024 – 4 Jungvögel
2025 – 3 Jungvögel
Wie sieht es 2026 bei den Wanderfalken an der St. Marienkirche in Minden aus?
Auf tragische Weise endete das Leben des über sechs Jahre treuen und erfolgreichen Wanderfalkenweibchens. Beim Durchfliegen einer Windkraftanlage in Hahlen wurde es durch die Rotorblätter so stark verletzt, dass eine Rettung nicht mehr möglich war und es eingeschläfert werden musste. Wie geht es nun mit den Wanderfalken an der St. Marienkirche weiter?
Zu Beginn des Jahres 2026 zeigten sich erfreulicherweise wieder zwei Wanderfalken am Kirchturm. Hatte sich ein neues Falkenweibchen eingefunden? Ab Ende Februar waren Balzflüge zu beobachten, welche sich im März noch verstärkten. Durch das wiederholte Einfliegen der beiden Falken in eine der Brutnischen, wurde, wie in den Vorjahren, mit einer Eiablage ab dem 15. März gerechnet.
Auffallend war die unterschiedliche Gefiederfärbung beider Falken. Die bräunliche Färbung des neuen Weibchens deutet darauf hin, dass es sich um ein einjähriges Weibchen handeln könnte. Diese zeigen noch die Gefiederfärbung der Jungvögel. Bei dieser Konstellation wird es wahrscheinlich 2026 zu keiner erfolgreichen Brut kommen. In Einzelfällen könnten verspätet noch zwei Eier gelegt werden, welche dann aber oft unbefruchtet sind.
Der NABU hofft sehr auf den Fortbestand des Wanderfalken-Brutplatzes an der St. Marienkirche in Minden!


Kamera 1
Kamera 2
Kamera 3
Ein Service der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM e.V. – www.oessm.org).
Weitere Eindrücke
Übrigens: Der Turm von St. Marien muss dringend saniert werden, sonst muss er abgetragen werden. Zur Rettung des Turmes gibt es eine große Spendenaktion mit dem Stichwort „Himmel über Minden“ des Bauvereins St. Marienkirche Minden. Wer mehr darüber erfahren, oder helfen möchte, kann das hier tun.


