Umweltverbände rufem zum Verzicht auf Silvesterböllern auf

Gemeinsame Pressemitteilung von der AG Natur Bad Oeynhausen, dem Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta, dem NABU Minden-Lübbecke und dem BUND Minden-Lübbecke

 

Minden, 23.12.2025


Wenn irgendwo ein Feuerwerk gezündet wird, erschrecken wir uns vielleicht einen kurzen Augenblick. Schnell erkennen wir, dass wir hier nichts zu befürchten haben.

Bei Tieren ist das anders. Jeder, der ein Haustier hat, schützt dieses vor der Silvesternacht, indem er es im Haus lässt.

Bei herannahenden Gewittern nehmen Tiere den Luftdruckabfall schon vorher wahr, aber ein Feuerwerk trifft sie aus heiterem Himmel und somit vollkommen überraschend.

Wie auch andere Naturschutzvereine wenden sich die AG Natur Bad Oeynhausen, der NABU Minden-Lübbecke, der BUND Minden-Lübbecke und der Verein für Naturschutz und Heimatpflege Porta (NHP) seit vielen Jahren kurz vor dem Jahreswechsel mit einer großen Bitte in einem Presseartikel an die Mitbürger im Kreis Minden-Lübbecke. „Wir appellieren an die Bürger auf Feuerwerk zu verzichten, besonders in der Nähe von Naturschutz- und Waldgebieten sowie auch Seen, da in diesen Bereichen Wasservögel in der Nacht Schutz vor Raubtieren suchen.“ Durch das Feuerwerk werden die Wildtiere aus ihrem Rhythmus gebracht. Normalerweise ruhen sie um diese Zeit längst und ihr Energieverbrauch ist gedrosselt. Unsere heimischen Wildvögel zum Beispiel sind tagsüber häufig und gut zu beobachten und ziehen sich nachts zurück in Schlafbäume, leere Nistkästen oder suchen sonstige Übernachtungsmöglichkeiten. Aufgeschreckt durch das Feuerwerk steigen sie in viel größere Höhen auf, als sie das eigentlich im Normalfall tun. Dies kostet sie sehr viel Energie, die sie im Winter dringend zum Überleben brauchen. Des Weiteren kostet es sie Schlaf, Zeit zum Ausruhen und Fressen. Die Zeit benötigen sie nun, um sich einen neuen Rastplatz zu suchen. Das verschlechtert ihre Kondition und kann sie im Extremfall in eine lebensbedrohliche Notlage bringen. Durch das Leuchten und die Rauchentwicklung des Feuerwerks verlieren sie ihre Orientierung und ihre Sicht wird behindert, so dass sie evtl. gegen Hindernisse fliegen könnten. Da die lauten Feuerwerkskörper oft bis in die Wälder reichen, flüchten Wildtiere wie Füchse in Panik. Nicht selten geraten sie auf befahrene Straßen und erleiden Unfälle. Vor allem zu Neujahr werden daher viele Wildtiere tot oder verletzt gefunden. Winterschlaf haltende Wildtiere wie Igel schrecken durch den Lärm auf.

Auch eine Studie des Max-Planck-Institutes sagt aus, dass Tiere (in diesem Fall Gänse) auch nach Silvester nicht zu ihrem normalen Verhalten zurückgefunden haben.

Ein sehr großes weiteres Problem neben der extremen Belastung für unsere heimischen Wildtiere ist natürlich auch die Feinstaub- und Müllproblematik.

 

Von Jahr zu Jahr werden die Stimmen lauter, die sich für ein generelles Verbot von Feuerwerk (auch im privaten Bereich) zum Jahreswechsel aussprechen. In den Niederlanden tritt ein Verbot von privatem Feuerwerk erstmals zum Jahreswechsel 2026/ 2027 in Kraft.  Solange es dieses Verbot bei uns noch nicht gibt, möchten wir sie eindringlich bitten: „Verzichten sie auf das Silvesterfeuerwerk. Die Natur und unsere Umwelt wird es ihnen danken.“

 

Interessantes zum Thema:

      www.mpg.de Artikel: „Feuerwerk beeinflusst Wildvögel langfristig“ vom 24.11.22

      www.vogelundnatur.de  Artikel: „Feuerwerk und Vögel – Ein Spektakel wird zum Schrecken“ 25.12.24

      Video YouTube: „Silvester im Nistkasten“ Reaktionen einer Kohlmeise auf Silvesterfeuerwerk Jahreswechsel 2019/20

 

 

Autorin: Antje Brandt 

Kontakt (NABU Mi-Lü): Sandra Meier, Tel. 0571-4041594

Mummelgrummel, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commens